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H-Kennzeichen für Oldtimer beantragen

H-Kennzeichen für Oldtimer: Voraussetzungen & Steuervorteile

Das H-Kennzeichen (Historienkennzeichen) adelt ein Fahrzeug offiziell zum kraftfahrzeughistorischen Kulturgut. Mit dem eingeprägten "H" am Ende des Nummernschilds winken dem Halter nicht nur bewundernde Blicke, sondern vor allem handfeste steuerliche Vergünstigungen und Sonderrechte im Straßenverkehr.

Die Vergabe durch das zuständige Straßenverkehrsamt ist jedoch an strenge gesetzliche Vorgaben nach § 23 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) geknüpft. Alter allein reicht nicht aus – der Zustand muss stimmen.

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Achtung: Da das "H" eine feste Stelle belegt, darf Deine Wunschkombination maximal 7 Zeichen (inklusive Ortskürzel) lang sein!

Die 3 goldenen Regeln für die Oldtimer-Zulassung

Damit Dir das Straßenverkehrsamt das begehrte H-Kennzeichen zuteilt, müssen folgende Kriterien ausnahmslos erfüllt sein:

1. Mindestalter: 30 Jahre

Das Fahrzeug muss vor mindestens 30 Jahren erstmals in den Verkehr gekommen sein.

  • Stichtag ist der Tag der Erstzulassung, nicht das Baujahr.
  • Gilt für PKW, Motorräder, LKW, Traktoren und Wohnmobile.

2. Guter Pflegezustand

Ein reiner "Rostlauben"-Status genügt nicht für das H-Kennzeichen:

  • Das Fahrzeug muss verkehrssicher und technisch einwandfrei sein (HU).
  • Der Zustand muss der Zustandsnote 3 oder besser entsprechen.

3. Originaler Zustand

Das wichtigste Kriterium (bestätigt durch das Oldtimergutachten):

  • Hauptbaugruppen müssen original sein oder originalgetreu ausgetauscht.
  • Tuning ist nur erlaubt, wenn es zeitgenössisch ist (üblich in den ersten 10 Jahren nach Zulassung).

Expertenwissen: Kfz-Steuer und die Umweltzone

Der pauschale Steuervorteil

Der wohl größte Reiz der H-Zulassung, insbesondere für alte Dieselfahrzeuge oder hubraumstarke V8-Motoren, ist die steuerliche Erleichterung. Nach dem Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG) entfällt die Berechnung nach Hubraum und Schadstoffklasse. Stattdessen zahlst Du eine pauschale Kfz-Steuer in Höhe von exakt 191,73 Euro pro Jahr für PKW und LKW. Für Oldtimer-Motorräder liegt die jährliche Pauschale bei günstigen 46,02 Euro.

Freie Fahrt in allen Umweltzonen

Historische Fahrzeuge entsprechen in der Regel keiner modernen Abgasnorm und würden somit keine grüne Feinstaubplakette erhalten. Dennoch bist Du mit einem H-Kennzeichen fein raus: Gemäß Anhang 3 zu § 2 Abs. 1 Nr. 6 der 35. BImSchV (Bundes-Immissionsschutzverordnung) sind Fahrzeuge mit H-Kennzeichen offiziell und generell von Verkehrsverboten in Umweltzonen ausgenommen. Du darfst also auch ohne Plakette in jede deutsche Innenstadt fahren.

FAQ: Häufige Fragen zum H-Kennzeichen

Was kostet die Zulassung auf ein H-Kennzeichen?

Die Gesamtkosten setzen sich aus mehreren Posten zusammen. Das zwingend erforderliche Oldtimergutachten nach § 23 StVZO (durchgeführt beim TÜV, DEKRA, GTÜ etc.) kostet je nach Aufwand etwa 150 bis 200 Euro.

Die behördliche Umschreibung beim Straßenverkehrsamt liegt bei rund 30 Euro. Für das gewünschte H-Wunschkennzeichen fallen nochmals 10,20 Euro (plus 2,60 Euro Vorabreservierung) an.

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Darf ich einen Oldtimer mit H-Kennzeichen im Alltag fahren?

Gesetzlich: Ja. Versicherungstechnisch: Meistens Nein. Von Seiten des Gesetzgebers und der Zulassungsstelle gibt es keine Einschränkungen; Du darfst das Fahrzeug theoretisch jeden Tag zur Arbeit fahren.

Der Haken liegt bei den Versicherungen: Spezielle, sehr günstige Oldtimer-Tarife sind oft an strenge Auflagen gebunden. Dazu gehören eine maximale jährliche Fahrleistung (meist 5.000 bis 10.000 km), das Vorhandensein eines Alltags-Zweitwagens und die Vorschrift, den Klassiker nachts in einer verschlossenen Garage zu parken.

Lohnt sich das H-Kennzeichen immer?

Nicht zwingend. Bei Kleinwagen mit kleinem Hubraum (z. B. einem Fiat 500 oder einem alten VW Polo) kann die reguläre Hubraumsteuer unter der Oldtimer-Pauschale von 191,73 Euro liegen.

Zudem musst Du die Kosten für das initial notwendige Oldtimergutachten gegenrechnen. Ein H-Kennzeichen rechnet sich finanziell vor allem bei großen Benzinmotoren, alten Dieseln oder wenn Du zwingend in Umweltzonen einfahren musst.

Kann ich das H-Kennzeichen mit einem Saisonkennzeichen verbinden?

Ja, seit 2017 ist das H-Saisonkennzeichen offiziell zulässig.

Damit sparst Du Dir die pauschale Kfz-Steuer und die Versicherung für die Monate, in denen der Oldtimer witterungsbedingt ohnehin in der Garage steht (z.B. von 04 bis 10).

Achtung: Die Kombination aus Ortskürzel, Wunschbuchstaben, Ziffern, dem "H" und dem Saisonzeitraum darf die maximale Länge des Kennzeichens nicht überschreiten, was die Wahl der Wunschkombination oft stark einschränkt.

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