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Überführungskennzeichen – wann benötigt?

    Wann brauchst Du ein Überführungskennzeichen?

    Wenn Du ein nicht zugelassenes Fahrzeug auf eigener Achse über öffentliche Straßen überführen möchtest, brauchst Du dafür eine zulässige Kennzeichnung und Versicherung. Für private Überführungen kommen vor allem Kurzzeitkennzeichen und Ausfuhrkennzeichen infrage. „Überführungskennzeichen“ ist ein Sammelbegriff, keine eigene Kennzeichenart.

    Ist das Fahrzeug noch ordnungsgemäß zugelassen und versichert, ist allein der Verkauf kein Grund für ein zusätzliches Überführungskennzeichen. Kläre vor der Abholung mit Verkäufer und Versicherer, ob die Fahrt mit den bisherigen Kennzeichen möglich ist.

    Kurzzeitkennzeichen mit gelbem Datumsfeld oben und Ausfuhrkennzeichen mit rotem Datumsfeld darunter
    KI-generierte Illustration mit Beispielkombinationen und Ablaufdaten. Amtliche Stempelplaketten sind nicht dargestellt.

    Kurzzeitkennzeichen oder Ausfuhrkennzeichen?

    Kennzeichen Typischer Einsatz Gültigkeit
    Kurzzeitkennzeichen mit gelbem Datumsfeld Probe- und Überführungsfahrten eines nicht zugelassenen Fahrzeugs innerhalb Deutschlands. Bis zum Ablauf des fünften Tages nach der Zuteilung, also maximal sechs Kalendertage einschließlich Zuteilungstag.
    Ausfuhrkennzeichen mit rotem Datumsfeld Dauerhafte Überführung eines Fahrzeugs aus Deutschland ins Ausland. Befristet nach Versicherungsschutz und behördlicher Entscheidung, höchstens ein Jahr.

    Beide Varianten gehören zu einem bestimmten Fahrzeug. Du darfst die Schilder nicht einfach an ein anderes Fahrzeug montieren. Rechtsgrundlagen sind § 42 FZV und § 45 FZV.

    Beispiel zur Kurzzeitgültigkeit: Bei Zuteilung am 14. Oktober kann das Ablaufdatum spätestens der 19. Oktober sein. Verbindlich sind das eingetragene Datum und die Fahrtbeschränkungen im zugehörigen Fahrzeugschein.

    Wie beantragst Du ein Kurzzeitkennzeichen?

    Du kannst Dich an die Zulassungsbehörde Deines Wohn- oder Betriebssitzes oder an die Behörde am Standort des Fahrzeugs wenden. Kontaktdaten findest Du in unserer Übersicht der Zulassungsstellen.

    Für den Antrag werden insbesondere benötigt:

    • Personalausweis oder Reisepass mit dem erforderlichen Adressnachweis.
    • Eine eVB-Nummer, die ausdrücklich für Kurzzeitkennzeichen gilt.
    • Fahrzeugunterlagen, etwa Zulassungsbescheinigung, CoC oder Einzelgenehmigung.
    • Nachweise zur HU und gegebenenfalls Sicherheitsprüfung, soweit vorgeschrieben.
    • Bei Vertretung eine Vollmacht und die verlangten Ausweisdokumente.

    Bei Importfahrzeugen, Firmen oder Antragstellern ohne deutschen Wohnsitz können weitere Nachweise nötig sein. Prüfe die örtlichen Anforderungen an Originale und Kopien vor dem Termin.

    Die Behörde erstellt einen besonderen Fahrzeugschein für das Kurzzeitkennzeichen. Diesen musst Du bei jeder Fahrt mitführen. Ein Kurzzeitkennzeichen ist keine vorübergehende Erlaubnis für beliebige Alltagsfahrten.

    Was brauchst Du für ein Ausfuhrkennzeichen?

    Für die dauerhafte Ausfuhr auf eigener Achse ist das Ausfuhrkennzeichen vorgesehen. Seine Laufzeit richtet sich nach dem Versicherungsnachweis und der Entscheidung der Behörde. Sie beträgt höchstens ein Jahr; eine bundesweite Mindestlaufzeit von einem Monat gibt es nicht.

    Die nächste vorgeschriebene Hauptuntersuchung muss nach dem Ablauf der Ausfuhrzulassung liegen. Reicht die vorhandene HU dafür nicht aus, ist vorher eine Untersuchung erforderlich.

    Zu den benötigten Unterlagen gehören je nach Fahrzeug und Verfahren:

    • Gültiges Personaldokument und gegebenenfalls Vollmacht.
    • Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II beziehungsweise die entsprechenden Fahrzeugunterlagen.
    • Der erforderliche HU-Nachweis.
    • Eine Versicherungsbestätigung speziell für Ausfuhrkennzeichen; die gewöhnliche eVB allein genügt dafür nicht.
    • SEPA-Mandat für die Kfz-Steuer oder der verlangte Nachweis einer anderen Zahlungsweise.
    • Bei noch zugelassenen Fahrzeugen die bisherigen Kennzeichenschilder.

    Je nach Fall muss das Fahrzeug zur Identitätsprüfung vorgeführt werden. Kläre vorab auch die Anforderungen, wenn Du keinen Wohnsitz in Deutschland hast.

    Häufige Fragen zu Überführungskennzeichen

    Welche Fahrten sind ohne gültige HU erlaubt?

    Ohne den erforderlichen HU- oder Sicherheitsprüfungsnachweis ist eine normale Überführung nicht erlaubt. Zulässig sind nur die in § 42 Absatz 7 FZV geregelten Fahrten zur Untersuchungsstelle im Zulassungsbezirk des Fahrzeugstandorts oder in einem angrenzenden Bezirk und zurück zum Standort. Die Beschränkung gilt auch, wenn die nächste Untersuchung vor Ende der Kurzzeitgültigkeit fällig wird.

    Nach einer Untersuchung mit den gesetzlich genannten Mängelergebnissen können zusätzlich Fahrten zur unmittelbaren Reparatur in einer geeigneten Einrichtung in diesen Bezirken und zurück zulässig sein. Daraus folgt keine allgemeine Erlaubnis, vor der Untersuchung beliebige Werkstätten anzufahren.

    Verkehrsunsichere oder verkehrsgefährdende Fahrzeuge dürfen diese Ausnahmen nicht nutzen. Fehlt außerdem die Typ- oder Einzelgenehmigung, gelten eigene Beschränkungen nach § 42 Absatz 6 FZV. Lass den konkreten Fahrtzweck vorab von der Zulassungsstelle klären.

    Was gilt bei Auslandsfahrten und beim Import?

    Ein deutsches Kurzzeitkennzeichen ist keine pauschale Fahrerlaubnis für alle Länder. Prüfe vor der Abfahrt die Anerkennung in jedem Transitland und im Zielland sowie den räumlichen Versicherungsschutz. Auch mit einem Ausfuhrkennzeichen müssen die Einreise-, Zulassungs- und gegebenenfalls Zollvorschriften beachtet werden.

    Für den Import nach Deutschland klärst Du mit der zuständigen Behörde im Herkunftsland, welche dortige Ausfuhr- oder Überführungszulassung erforderlich ist. Plane nicht damit, ein deutsches Kurzzeitkennzeichen einfach ins Ausland mitzunehmen und dort an das gekaufte Fahrzeug zu montieren.

    Alternativ kannst Du das Fahrzeug als Ladung auf einem geeigneten Anhänger oder Autotransporter befördern. Das transportierte Fahrzeug benötigt dafür keine eigene Zulassung zur Teilnahme am Straßenverkehr. Zugfahrzeug, Anhänger, Gewichte und Ladungssicherung müssen jedoch den Vorschriften entsprechen. Weitere Hinweise bietet der ADAC-Ratgeber zu Überführungskennzeichen.

    Was kosten Überführungskennzeichen?

    Die Gesamtkosten bestehen aus Verwaltungsgebühren, Schilderpreis und Versicherung. Beim Ausfuhrkennzeichen kommt gegebenenfalls Kfz-Steuer hinzu. Versicherungsdauer, Fahrzeug und zusätzlicher Bearbeitungsaufwand beeinflussen den Betrag.

    Örtliches Beispiel Berlin: Das Serviceportal nennt für Kurzzeitkennzeichen im günstigsten Fall 13,70 € Verwaltungsgebühr und für Ausfuhrkennzeichen für Fahrzeuge aus dem Inland im günstigsten Fall 33,20 €. Schilder, Versicherung und gegebenenfalls Steuer sind darin nicht enthalten.

    Vergleiche deshalb vollständige Angebote und frage Deine Versicherung, ob ein Beitrag später angerechnet wird. Eine solche Anrechnung ist keine allgemeine Regel.

    Rechtsgrundlagen und Berliner Gebührenbeispiele geprüft am 14. Oktober 2026.

    Wunschkennzeichen für die spätere Zulassung

    Für die anschließende reguläre Zulassung kannst Du Deine Wunschkombination prüfen und reservieren. Dieses Formular dient nicht der Beantragung eines Kurzzeit- oder Ausfuhrkennzeichens. Diese beantragst Du bei der zuständigen Zulassungsbehörde.

    OnlineSchilder.de (ein Service von KennzeichenStar.de) ist ein bundesweites Serviceportal für Zulassungsdienste, amtliche Kennzeichen und Wunschkennzeichen. Über unseren Service kannst du Kennzeichen prüfen, Reservierungen beauftragen, nach DIN 74069 zertifizierte Kennzeichenschilder bestellen sowie dein Fahrzeug online per iKfz zulassen oder abmelden. Informationen zu den amtlichen Vorgaben und zur digitalen Fahrzeugzulassung (iKfz) stellt die jeweilige Zulassungsbehörde oder das KBA bereit. OnlineSchilder.de ist keine Behörde.

    KBA: Informationen zur digitalen Fahrzeugzulassung

    Informationen zur digitalen Fahrzeugzulassung (iKfz) findest du beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).