Wem gehört das Kfz-Kennzeichen?
Über ein Kennzeichen kannst Du den registrierten Fahrzeughalter ermitteln lassen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Halterauskunft vorliegen. Eine öffentliche Suche, die zu beliebigen deutschen Kennzeichen Namen und Anschriften anzeigt, gibt es nicht.
Für Privatpersonen kommt eine Auskunft beispielsweise infrage, wenn sie nach einem Verkehrsunfall Schadensersatzansprüche verfolgen müssen. Bloße Neugier genügt nicht. Die Halterauskunft zeigt außerdem nicht automatisch, wem das Auto gehört oder wer es gefahren hat.
Die wichtigsten Angaben
- Anlaufstellen: zuständige Zulassungsbehörde oder Kraftfahrt-Bundesamt
- Voraussetzung: ein gesetzlich zulässiger, nachvollziehbar begründeter Auskunftszweck
- Gebühr: 5,10 € für eine einfache Registerauskunft
- Nach einem Unfall: Die gegnerische Haftpflichtversicherung lässt sich auch kostenlos beim Zentralruf der Autoversicherer ermitteln.
Halter, Eigentümer und Fahrer sind nicht dasselbe
Ein Fahrzeug kann auf eine andere Person zugelassen sein als diejenige, der es gehört oder die am Steuer sitzt. Bei Leasingfahrzeugen kann beispielsweise die Leasinggesellschaft Eigentümerin sein, während eine andere Person als Halter eingetragen ist.
- Registrierter Halter: die im Fahrzeugregister eingetragene Person oder Organisation
- Eigentümer: die Person oder Organisation, der das Fahrzeug rechtlich gehört
- Fahrer: die Person, die das Fahrzeug zum betreffenden Zeitpunkt geführt hat
Eine Halterauskunft ist deshalb weder ein Eigentumsnachweis noch ein Beweis dafür, wer einen Unfall oder Verkehrsverstoß verursacht hat.
Wann darfst Du eine Halterauskunft beantragen?
Die einfache Registerauskunft nach § 39 Absatz 1 StVG setzt einen gesetzlich bestimmten Zweck voraus. Dazu gehört insbesondere, Rechtsansprüche im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr geltend zu machen, zu sichern, zu vollstrecken oder abzuwehren.
Ein typischer Fall ist ein Unfallschaden, bei dem Du das Kennzeichen des beteiligten Fahrzeugs kennst, aber keine Kontaktdaten hast. Beschreibe den Vorfall konkret. Die Behörde prüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.
Eine beobachtete Geschwindigkeitsüberschreitung verschafft Dir dagegen nicht automatisch einen Anspruch auf die Halterdaten. Verkehrsverstöße kannst Du der zuständigen Behörde melden. Sie ermittelt im Rahmen ihrer eigenen Befugnisse.
Auch Rechtsanwälte müssen für eine Anfrage eine passende Rechtsgrundlage und einen zulässigen Zweck haben. Ihr Beruf allein erlaubt keine beliebige Haltersuche.
So stellst Du den Antrag auf Halterauskunft
Wende Dich an die zuständige Zulassungsbehörde oder an das Kraftfahrt-Bundesamt. Ob ein Onlineantrag, ein schriftlicher Antrag oder eine persönliche Beantragung vorgesehen ist, hängt von der jeweiligen Stelle.
Bereite folgende Angaben vor:
- Deinen Namen, Deine Anschrift und die verlangten Angaben zur Identifikation
- Das vollständige Kennzeichen oder die Fahrzeug-Identifizierungsnummer
- Den konkreten Auskunftszweck und den zugrunde liegenden Sachverhalt
- Bei einem Unfall: Datum, möglichst Uhrzeit und Ort des Vorfalls
- Vorhandene Unterlagen, beispielsweise Fotos, Versicherungsschreiben oder ein polizeiliches Aktenzeichen
Erkläre, welche Ansprüche Du verfolgen oder abwehren möchtest und weshalb Du die Daten dafür brauchst. Nutze das Formular und die Hinweise der jeweiligen Ausgabestelle.
Ein Beispiel für das Verfahren bietet das Serviceportal Berlin zur Halterauskunft. Kontaktdaten vor Ort findest Du in unserer Übersicht der Zulassungsbehörden.
Welche Daten erhältst Du?
Eine einfache Registerauskunft kann unter anderem folgende gespeicherte Angaben umfassen:
- Name beziehungsweise Bezeichnung und Anschrift des Halters
- Art, Hersteller und Typ des Fahrzeugs sowie das Kennzeichen
- Name und Anschrift des Versicherers sowie die gespeicherte Versicherungsnummer
- Zeitpunkt der Kennzeichenzuteilung und gegebenenfalls Angaben zum Ende des Versicherungsverhältnisses
Welche Angaben übermittelt werden dürfen, regelt § 39 StVG. Eine erweiterte Registerauskunft unterliegt zusätzlichen Voraussetzungen. Sie ist keine frei wählbare Vollauskunft über eine Person.
Nutze die erhaltenen personenbezogenen Daten nur im zulässigen Rahmen. Eine Veröffentlichung von Namen und Anschriften im Internet wird durch die Halterauskunft nicht erlaubt.
Was kostet eine Halterauskunft?
Für eine einfache Registerauskunft werden 5,10 € je angefragtem Fahrzeug berechnet. Je nach Übermittlungsweg können zusätzliche Auslagen entstehen. Informiere Dich vor dem Antrag über die Zahlungsweise.
Die Gebühr macht eine unzulässige Anfrage nicht zulässig. Auch eine kostenpflichtige Anfrage muss die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.
Nach einem Unfall: Versicherung kostenlos ermitteln
Wenn Du für die Schadenregulierung zunächst nur die gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung brauchst, kannst Du den Zentralruf der Autoversicherer nutzen. Die Ermittlung ist kostenlos.
Benötigt werden neben Deinen Angaben das Kennzeichen des Unfallgegners, der Schadentag und das Unfallland. Dieser Dienst ermittelt den zuständigen Versicherer; er ist keine allgemeine Personensuchmaschine.
Weitere Fragen zur Halterauskunft
Was gilt bei Unfallflucht?
Melde den Vorfall der Polizei und sichere vorhandene Angaben und Beweise. Eine private Halteranfrage ersetzt keine Strafanzeige und keine polizeilichen Ermittlungen. Ob und welche Informationen Du aus dem Verfahren erhältst, richtet sich nach den dafür geltenden Regeln.
Kannst Du Halterdaten wegen Unterhaltsansprüchen bekommen?
Ein privater Unterhaltsanspruch allein berechtigt nicht zur Halterauskunft nach § 39 Absatz 1 StVG. Absatz 3 enthält besondere Regeln für bestimmte öffentlich-rechtliche und auf Leistungsträger übergegangene Ansprüche ab 500 €. Dabei müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein.
Wenn Du Unterhalt durchsetzen möchtest, kläre das geeignete Ermittlungs- und Vollstreckungsverfahren mit einem Rechtsanwalt, dem Jugendamt oder dem beauftragten Gerichtsvollzieher. Das Kennzeichen eröffnet keine allgemeine Suche nach der Anschrift eines Unterhaltspflichtigen.
KBA-Selbstauskunft: Informationen über Deine eigenen Fahrzeuge
Die kostenlose Onlineauskunft aus dem Zentralen Fahrzeugregister ist von der Auskunft über einen fremden Halter zu unterscheiden.
Sie enthält Informationen zu Fahrzeugen, die aktuell auf Dich zugelassen sind oder bei denen Du als letzter Halter im Register gespeichert bist. Für den Onlinezugang musst Du Dich nach den Vorgaben des KBA identifizieren. Damit kannst Du nicht beliebige fremde Kennzeichen abfragen.
Wem gehören die Kennzeichenschilder selbst?
Die geprägten Schilder und die amtlich zugeteilte Kombination sind zu unterscheiden. Eigentum an den Schildern richtet sich nach den zivilrechtlichen Erwerbsregeln und Vereinbarungen. Der eingetragene Fahrzeughalter ist nicht automatisch ihr Eigentümer.
Aus dem Kauf der Schilder entsteht kein Eigentumsrecht an der Kennzeichenkombination. Ob Du diese weiterführen, reservieren oder erneut verwenden darfst, richtet sich nach dem Zulassungsverfahren. Mehr dazu findest Du auf unserer Seite zum Wunschkennzeichen.
OnlineSchilder.de (ein Service von KennzeichenStar.de) ist ein bundesweites Serviceportal für Zulassungsdienste, amtliche Kennzeichen und Wunschkennzeichen. Über unseren Service kannst du Kennzeichen prüfen, Reservierungen beauftragen, nach DIN 74069 zertifizierte Kennzeichenschilder bestellen sowie dein Fahrzeug online per iKfz zulassen oder abmelden. Informationen zu den amtlichen Vorgaben und zur digitalen Fahrzeugzulassung (iKfz) stellt die jeweilige Zulassungsbehörde oder das KBA bereit. OnlineSchilder.de ist keine Behörde.
Informationen zur digitalen Fahrzeugzulassung (iKfz) findest du beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).
Quellen: § 39 StVG, Bundesportal: Halterauskunft, Serviceportal Berlin, KBA: Auskunft aus dem Zentralen Fahrzeugregister und Zentralruf der Autoversicherer. Stand: 9. Oktober 2026.






